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Diakone als Experten für das Mensch-Sein

Acht Ständige Diakone des Erzbistums begehen ihr Silbernes Diakonatsjubiläum

Ein Tag der Freude und des Dankes: Acht Ständige Diakone begingen gemeinsam ihr Silbernes Diakonatsjubiläum. Weihbischof Manfred Grothe stand dem Gottesdienst vor. Foto: pdp / Thomas Throenle Mit dem Empfang des Weihesakraments im Jahr 1994 seien die Ständigen Diakone, die jetzt ihr silbernes Diakonatsjubiläum begehen, mit sakramentaler Gnade gestärkt worden, damit sie dem Volk Gottes in Diakonie, Liturgie und Verkündigung unterstützend und segensreich zur Seite stehen, erläuterte Weihbischof Grothe. „Auftrag und Sendung einer evangelisierenden und diakonischen Kirche ist es, das Wort Gottes zu verkünden und zu bezeugen, das Wort Gottes zu feiern und zu leben, das Wort Gottes zum Nächsten zu tragen, besonders zu den Armen und Schwachen, immer wieder in Rückbindung an und in eine konkrete Gemeinschaft.“ Damit sei der spezifische Dienst-Ort eines Diakons nicht die christliche Kerngemeinde, vielmehr bewege sich ein Diakon in der Spannung zwischen der Mitte einer Gemeinde und deren Rand und Peripherie.

zu Menschen – am Rande

„Diakone stehen mit ihrer Person dafür ein, Gottes Wort zum Nächsten zu tragen“, sagte Weihbischof Manfred Grothe in seiner Predigt. Foto: pdp / Thomas Throenle „Als Diakone sind Sie Experten für das Mensch-Sein, in all seinen Unterschiedlichkeiten und Herausforderungen“, vertiefte Weihbischof Grothe weiter. „In Ihren Gemeinden halten Sie das Bewusstsein für Menschen am Rande wach und durch Ihr Gehen an die gesellschaftlichen Ränder unterstützen Sie Menschen, ihren Platz im Herzen von Kirche und Gesellschaft finden und erobern zu können.“ Als sein Wunsch an die Weihejubilare formulierte der emeritierte Weihbischof in Paderborn, „dass Sie weiterhin fest im Glauben an unseren barmherzigen und liebenden Gott Ihren Dienst in Kirche und Welt freudig versehen mögen“. So könne durch das geistliche und zupackende Wirken von Diakonen die Frohe Botschaft Jesu Frucht bringen.

Diakonischer Dienst

Ständige Diakone machen Kirche präsent im Zivilberuf, in Ehe und Familie, in der Gemeinde, so die Ausbildungsleitung der Ständigen Diakone im Erzbistum Paderborn, (v.l.) Spiritual Pastor Werner Beule, Pastor Andreas Kreutzmann, Referent Stefan Nagels. Foto: pdp / Thomas Throenle „Die Weihejubilare haben in den letzten 25 Jahren Kirche und Diakonie präsent gemacht: im Zivilberuf, in Ehe und Familie, in ihrem Pastoralverbund und den dazugehörigen Gemeinden“, erklärte Pastor Andreas Kreutzmann. Aus einer Verbindung zu Jesus Christus begleite ein Diakon die Armen sowie die am Rand der Gesellschaft stehenden Menschen, so der Diözesanbeauftragte für die Ständigen Diakone. Dabei beschränke sich der Dienst eines Diakons nicht auf den sozial-karitativen Dienst, zudem nehme er Aufgaben in der Liturgie und Verkündigung wahr.
„Ständige Diakone und somit Diakone im Zivilberuf haben ein eigenes Profil: Sie verbringen den größten Teil des Tages nicht in kirchlichen Zusammenhängen und sind dennoch Kleriker, Amtsträger mit sakramentaler Weihe. Ihr Dienst vollzieht sich ‚inmitten‘, doch im Idealfall mehr noch ‚außerhalb‘ der christlichen Kerngemeinde“, führte Pastor Kreutzmann weiter aus. Das Engagement und der Dienst von Ständigen Diakone in der Kirche von Paderborn verleihe der Kirche somit ein diakonisches und evangelisierendes Gesicht.

Erfahrungen und Erinnerungen

Diakon Peter Trotier aus Iserlohn ist dankbar für die Menschen, die ihn auf dem Weg zum und im Diakonat begleitet und getragen haben, vor allem seiner Frau Cordula. Foto: pdp / Thomas Throenle „In lebendiger Erinnerung sind mir die zahlreichen alten und kranken Menschen in unseren Altenheimen und in unserem Krankenhaus, denen ich auf ihren letzten Wegen beistehen konnte, die Flüchtlinge, die bei uns Aufnahme fanden, aber auch manches Ehepaar, das sich unter meiner Assistenz getraut hat, und die Kinder, die ich taufen durfte“, blickt Diakon Peter Trotier aus Iserlohn auf seinen 25-jährigen Dienst als Diakon zurück. Dankbar sei er für die Menschen, die ihn auf dem Weg zum und im Diakonat begleitet und getragen haben, vor allem seiner Frau Cordula.
Nähe zu den Menschen

 


Diakon Otto Balkhausen ist gerne mit Menschen im Glauben unterwegs. Seine Frau Gabriele begleitet ihn. Foto: pdp / Thomas Throenle Diakon Otto Balkhausen aus Paderborn war und ist in seinem Diakonat die Nähe zu den Menschen wichtig. „Diese Nähe kann ich besonders beim Besuch von alten und kranken Menschen in Verbindung mit der Spendung der Krankenkommunion erleben.“ Auch beim Organisieren und Begleiten von Pilgerfahrten erfahre Balkhausen als Diakon diese Nähe zu Menschen, könne er „ihre Anliegen und Sorgen auch zu meinen Anliegen und Sorgen machen und gemeinsam zum Gnadenort bringen“. Er empfinde im Hinblick auf sein Weihejubiläum große Dankbarkeit und wünsche sich noch viele Jahre, um mit Menschen im Glauben unterwegs zu sein.

Von der Taufe bis zur Beerdigung

Diakon Werner Jakob Schmit erfährt den Beerdigungsdienst eines Diakons als bereichernd und als erfüllenden Dienst der Kirche an den Menschen. Foto: pdp / Thomas Throenle „In der Rückschau auf 25 Jahre Diakonat sind mir insbesondere die Dienste in der Taufpastoral in Erinnerung. Meine Erfahrung als Familienvater steht mir bei den Taufvorbereitungsgesprächen in den Familien hilfreich zur Seite“, sagt Diakon Werner Jakob Schmit aus Paderborn. In den letzten Jahren hätten die Aufgaben beim Beerdigungsdienst, in der Begleitung der Hinterbliebenen und der Beistand für die Angehörigen zugenommen. „Hier erfahre ich die Kondolenzbesuche in den Familien und bei den Hinterbliebenen als bereichernd und als erfüllenden Dienst der Kirche an den Menschen“, erklärt der im Pastoralverbund Paderborn Mitte-Süd engagierte Ständige Diakon.

 

geistlich und personenbezogen

Ein Diakon leistet eine geistliche und personenbezogene Begleitung, so Diakon Klaus Krekeler. Foto: pdp / Thomas Throenle Diakon Klaus Krekeler aus dem Pastoralverbund Willebadessen-Peckelsheim ist wichtig im Hinblick auf seinen Dienst in der Kirche, die ihm mit der Diakonenweihe übertragenen Aufgaben sowohl gewissenhaft geistlich als auch menschlich und personenbezogen umzusetzen. Auf die Frage, was ihm im Hinblick auf sein Silbernes Weihejubiläum wichtig ist, antwortet Diakon Krekeler: „Die 25 Jahre zum Jubiläum sind nicht mein Verdienst. ER hat mich geführt.“

 

Ständige Diakone: Familienväter im Berufsleben

 

„Diakone sind keine Lückenbüßer für weniger werdende Priester“, ist Diakon Thomas Huneke als Diözesansprecher der Ständigen Diakone wichtig. Foto: pdp / Thomas Throenle „Diakone sind keine Lückenbüßer für weniger werdende Priester in der Katholischen Kirche“, das ist Diakon Thomas Huneke aus Rheda-Wiedenbrück wichtig. „Als Männer, die zumeist im Berufsleben stehen, haben Ständige Diakone die Möglichkeit, auch die Menschen zu erreichen, zu denen Kirche sonst eher keinen Zugang mehr hat“, so der Diözesansprecher der Ständigen Diakone. Diakone seien zudem „Männer des Gebetes“, die sich durch das tägliche Gebet der Laudes und Vesper in den Gebets-Auftrag der Kirche einreihen. „Wir können froh und dankbar sein, dass sich immer wieder Männer neben ihren Aufgaben als Familienväter und im Berufsleben ‚be-rufen‘ lassen, um diesen Auftrag zu erfüllen“, sagt Diakon Huneke mit einem Segenswunsch für die Weihejubilare und einen herzlichen mitbrüderlichen „Danke-schön“ für deren 

2021 Jubiläum: 50 Jahre Ständiger Diakonat im Erzbistum Paderborn

Stefan Nagels vom Referat Fortbildung und Personalentwicklung der Zentralabteilung Pastorale Personal gab einen Ausblick auf das in zwei Jahren anstehende Jubiläum „50 Jahre Ständiger Diakonat im Erzbistum Paderborn“: „Im Jahr 2021 begehen wir das 50-jährige Jubiläum des Ständigen Diakonats im Erzbistum Paderborn. Es soll nicht nur ein Jahr der Rückschau sein, sondern ein Blick in die Zukunft.“
Durch zwei Veranstaltungen im Jahr 2020 werden Schritte gegangen ins Jubiläumsjahr 2021: Am 9. Mai 2020 mit dem Thema „Diakone zwischen Gottes- und Menschensuche“ und am 29. August 2020 eine kreative Ideenfindung unter dem Leitwort: „Ideen mit Herz und Verstand von Diakonen für Diakone“. Der 50. Jubiläumstag des Ständigen Diakonats im Erzbistum Paderborn ist der 16. Oktober 2021, der mit einem festlichen Pontifikalamt im Hohen Dom zu Paderborn begangen wird. Die ersten 15 Diakone im Erzbistum Paderborn empfingen am 16. Oktober 1971 durch Erzbischof Lorenz Kardinal Jaeger die Diakonenweihe.

Jubilare – Namen, Wohnort

Am 19. November 1994, wurden 20 Männer von Erzbischof Johannes Joachim Degenhardt zu Ständigen Diakonen geweiht. Acht von ihnen feierten jetzt gemeinsam ihr Silbernes Diakonatsjubiläum. Foto: pdp Zu ihrem silbernen Diakonenweihejubiläum feierten

  • Diakon Otto Balkhausen aus Paderborn
  • Diakon Manfred Berkenhaus aus Lippstadt
  • Diakon Klaus Krekeler aus Willebadessen
  • Diakon Manfred Lohmann aus Bad Driburg
  • Diakon Gisbert Nolte aus Marsberg
  • Diakon Werner Jakob Schmit aus Paderborn
  • Diakon Dieter Scholz aus Enger
  • Diakon Peter Trotier aus Iserlohn

gemeinsam mit Weihbischof Manfred Grothe, der Leitung der Diakonenausbildung im Erzbistum Paderborn und ihren Ehefrauen einen Gottesdienst im Haus Maria Immaculata in Paderborn.