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Diakonentag am Karmontag

Chrisammesse und Konveniat mit Erzbischof Bentz

Am Karmontag versammelten sich die Diakone des Erzbistums Paderborn zu ihrem diesjährigen Diakonentag, der in bewährter Weise geistliche Vertiefung und gemeinsamen Austausch miteinander verband. Der Tag begann gemeinsam mit den Priestern in der Marktkirche in Paderborn. Dort führte der emeritierte Professor für Fundamentaltheologie der Universität Münster, Jürgen Werbick, in einem geistlichen Impuls unter der Überschrift „Jesu befreiender Dienst – Menschen zugewandt“ in das Thema des Tages ein. Dabei hob er hervor, dass die Kirche alles dafür tun müsse, dass die Christus-Abbildung des befreienden Dienstes in ihr lebendig bleibt und in Ehren gehalten wird.

Im weiteren Verlauf stand die Teilnahme an der feierlichen Chrisammesse im Hohen Dom zu Paderborn sowie das anschließende Konveniat mit Erzbischof Dr. Udo Markus Bentz im Mittelpunkt.

Die Chrisammesse setzte ein deutliches Zeichen der Einheit im Erzbistum. In seiner Predigt betonte Erzbischof Bentz die besondere Verantwortung aller kirchlichen Dienste für eine glaubwürdige Verkündigung des Evangeliums in einer herausfordernden Zeit. Die Weihe der heiligen Öle unterstrich dabei die sakramentale Verbundenheit und Sendung aller, die im Dienst der Kirche stehen – ein Aspekt, der gerade für die Diakone von zentraler Bedeutung ist.

Im anschließenden Konveniat nahm sich Erzbischof Bentz viel Zeit für den offenen Austausch mit den Diakonen. In einem intensiven Gespräch ging er ausführlich auf die kirchenhistorische Studie zum sexuellen Missbrauch im Erzbistum Paderborn ein. Besonders eindrücklich setzte er sich mit der Frage der Bitte um Verzeihung auseinander und reflektierte, welche Haltung hierfür notwendig ist, um glaubwürdig und verantwortungsvoll handeln zu können.

Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Rolle der sogenannten „Bystander“, also jener Personen, die Missbrauch wahrgenommen oder Hinweise darauf erhalten haben, ohne entsprechend zu handeln. Hier machte der Erzbischof deutlich, wie wichtig es ist, Verantwortung nicht nur individuell, sondern auch strukturell wahrzunehmen und entsprechende Sensibilität und Handlungskompetenz zu fördern.

Darüber hinaus wurden Fragen der Synodalität thematisiert. Im Austausch wurde deutlich, dass synodale Prozesse nicht nur auf weltkirchlicher Ebene, sondern auch im konkreten Miteinander vor Ort Gestalt annehmen müssen. Ebenso sprach Erzbischof Bentz über die Zusammenarbeit auf Ebene der Deutschen Bischofskonferenz und die Herausforderungen, vor denen die Kirche in Deutschland derzeit steht.

Der Diakonentag bot somit nicht nur Gelegenheit zur gemeinsamen Feier des Glaubens, sondern auch Raum für ehrliche Auseinandersetzung mit drängenden Fragen der Gegenwart. Die Diakone nahmen wichtige Impulse für ihren Dienst mit – getragen von der Erfahrung der Gemeinschaft und der Ermutigung durch den persönlichen Austausch mit ihrem Erzbischof.